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Eutiner Hospizgespräche am 18. September 2025

Stationäre Versorgung im Palliativzentrum
Chefarzt Dr. Stephan Flader, Palliativzentrum Sankt-Elisabeth-Krankenhaus Eutin und weitere Mitarbeitende des Palliativ-Teams

 

Das multiprofessionelle Team des Palliativzentrums im Sankt-Elisabeth- Krankenhaus Eutin (SEK) setzt sich aus speziell geschulten Pflegefachkräften (mit Palliative Care-Weiterbildung), Palliativmedizinern, Seelsorgern, Physio- und Ergotherapeuten sowie Logopäden, Sozialpädagogen und Psychologen zusammen.

Chefarzt Dr. Stefan Flader erklärt das Palliativzentrum die mitarbeitenden Abteilungen stellen sich und ihre Schwerpunkte im Team selbst vor.

Dr. Flader betont, dass die ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleiter der Hospizinitiative Eutin und vom Beistand am Lebensende Neustadt die Patienten mit großem Einsatz unterstützen.

Die neue größere Palliativstation wurde im Juli 2025 im SEK in einem neuen Anbau eröffnet und hat jetzt 22 Betten (vorher 13), womit sie zu den größten stationären Palliativeinrichtungen in Deutschland gehört.

Die Station bietet individuelle Fürsorge, die vor allem an den Bedürfnissen der Patienten orientiert ist. Weiterhin gilt auch auf der jetzt größeren Station ein erweiterter Personalschlüssel.

Bei der Farbgestaltung der Räume wurde auf ein beruhigendes Konzept geachtet.

Im Folgenden geht Dr. Flader auf die medizinischen Voraussetzungen für die Aufnahme auf die Palliativstation ein. Daneben stellt er klar, dass bei Patienten der Palliativstationen keinesfalls bei ihrer Aufnahme der weitere Verlauf feststeht. Oftmals kann eine Entlassung nach Hause oder in pflegerische Einrichtungen geplant werden, wenn die Therapie zu einer Stabilisierung des Zustandes geführt hat.

Wenn Patienten allerdings in ein Hospiz verlegt werden, ist aus aktueller Sicht zu erwarten, dass sie dort nach einiger Zeit sterben. Auch auf der Palliativstation verstirbt ein größerer Teil der Patienten.

Grundsätzlich beschreibt der Begriff „palliativ" eine ganzheitliche Versorgung mit dem Therapieziel, die Lebensqualität von Menschen mit unheilbaren, fortschreitenden Krankheiten zu verbessern. Im Gegensatz zu einer kurativen (heilenden) Behandlung mit dem Therapieziel der Krankheitsheilung geht es bei der Palliativversorgung um die Linderung von Beschwerden.

Im Weiteren erläutern die spezialisierten Mitarbeiterinnen aus dem Team von Dr. Flader ihre Aufgabengebiete.

Die Stationsleitung, Sr. Sanja Milic, stellt dar, dass die bisherige Palliativstation mit ihren 13 Betten zwar „kuscheliger" wirkte, dass aber in den letzten Jahren der Platzbedarf so gestiegen ist, dass der viel größere Neubau erforderlich wurde. Das Pflege-Team wurde auf 30 Mitarbeitende verdoppelt. Jetzt gilt es, bei vollem Betrieb von Anfang an diese neuen räumlichen und personellen Gegebenheiten insgesamt zusammenzuführen. Ausdrücklich dankt auch sie den ehrenamtlichen Hospizbegleitern aus Eutin und Neustadt, die jetzt täglich bei der Betreuung der Patienten helfen.

Frau Dr. Puchstein stellt sich als neues Mitglied im Ärzteteam vor. Sie freut sich, eine so unfassbar wertvolle Tätigkeit übernommen zu haben.

Physiotherapeutin Tanja Vorpahl zeigt auf, dass in der Station jetzt drei Physiotherapeutinnen täglich mit den Patienten arbeiten. Zwar sei es hier herausfordernder, eine Besserung der Beschwerden zu erreichen, aber auch durch passive Bewegung könne in den meisten Fällen eine Linderung erreicht werden. Außerdem koordinieren die Physiotherapeutinnen den Einsatz weiterer Maßnahmen z.B. mit Therapiehunden, mit Vokal- und Klangschalentherapien oder Maltherapie.

Pastorin Jutta Bilitewski macht deutlich, dass ihre Arbeit vor allem bedeutet, im Hintergrund zu verstehen, wonach die erkrankten Menschen jetzt suchen. Hierbei sei ihre seelsorgerische Arbeit nicht an Konfessionen gebunden. Es ist natürlich für die zu Pflegenden meist eine Zeit mit hoher emotionaler Belastung, Kummer und Sorgen. In Gesprächen wolle sie diese dabei unterstützen, zu ihrer inneren Ruhe finden. In der seelischen Begleitung sei ihr Ziel, das Bewusstsein der Kranken auf Dinge zu lenken, die ihnen persönlich wichtig sind.

Frau Mannes-Müller vom Sozialdienst hebt hervor, dass die Patienten oft Ängste um ihre eigene Versorgung hätten.

Ihre Aufgabe sei daher, die Betroffenen in Fragen der Nachsorge zu unterstützen, was hier insbesondere die Verlegung nach Hause, in eine Pflegeeinrichtung oder in ein Hospiz bedeuten kann. Die Beantragung eines Pflegegrades sei hier bedeutsam, ebenso das Vorliegen aller erforderlichen Vollmachten. Im Familiengespräch würden daher neben den medizinischen Aspekten auch diese Fragen angesprochen.

Für die ehrenamtlichen Begleiter dankt Detlev Seibler, Eutin, zunächst den Beteiligten, vor allem aber Sr. Sanja Milic, für die seit Jahren sehr gute Zusammenarbeit. Gerade für die Ehrenamtler sei die persönliche Unterstützung der Ärzte, in erster Linie aber des Pflegepersonals unabdingbar, damit sie ihrer Aufgabe gerecht werden können.

Natürlich müsse sich jetzt in der großen Station Einiges in der Zusammenarbeit noch einspielen, insbesondere, weil viele neue (sowohl hauptamtliche als auch ehrenamtliche) Mitwirkende Verständnis füreinander aufbringen müssen. Dies gelinge aber zunehmend.
Ein sehr informativer, lebendiger – kurz – ein gelungener Abend!

Detlev Seibler

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